REVIEW
WALTARI - Life Without Love
(Stars In The Dark/Vielklang) Irgendwie umschleicht mich das Bedürfnis, den Leuten von Vielklang die Füße zu küssen, die sich nach vierjähriger Abstinenz von Waltari sagten: Wir können nicht mit ansehen, wie es gänzlich ruhig um diese Ausnahmeformation wird! So holte man sich die Finnen ins Boot, die zuletzt mit "Radium Round" (1999) musikalische Akzente setzten. Eine gar nicht mal risikolose Angelegenheit, die heutige Musiklandschaft hat sich doch um ein paar Grade gedreht und die Gefahr, ob Waltari überhaupt noch Anklang finden würden, war anfangs eine berechtigte Frage. Die Qualität Waltaris steht hierbei außer Frage. Wenn uns unsere Kinder eines Tages darum bitten, ihnen die Geschichte der Musik nahe zu bringen, würden Waltari mit Sicherheit nicht ungenannt bleiben.
Die Finnen, welche Ende der 80er erstmals in offenherzigen Kennerkreisen auftauchten, veröffentlichten im Jahre 1991 nach ein paar EPs mit "Monk Punk" ihr erstes Album und zeigten von dort an der Welt, wo der Hammer des Self-Created Finish Crossovers hängt. Die Band bohrte sich durch sämtliche Musikstile und tat dies auf sehr eigenwillige, aber stets zu begrüßende, vor allem unbeschwerte Art und Weise. Das Organ von Sänger und Bassist Kärtsy stellte hierbei ein zentrales, unverwechselbares Element dar. Nicht schlecht werden einige jedenfalls aus der Wäsche geguckt haben, als die Band 1997 mit "Space Avenue" um die Ecke bog, einem Album, welches mit einer Vielzahl von technoiden Klängen unterlegt war. Man bedenke, dass man ein Jahr zuvor mit "Yeah!Yeah!Die!Die!" noch Sägespäne aus diversen Playern hat regnen lassen. Waltari rannten nie irgendwelchen Trends hinterher, denn sie schufen selbst welche, und waren dabei jederzeit offen für phänomenale Experimente. Aus diesem Grunde wäre es beinahe tragisch gewesen, wenn wir nun also niemals wieder musikalische Lebenszeichen der Finnen vernehmen hätten dürfen. Die Wartezeit auf ein neues Album gestaltete sich unerträglich lang, doch Vielklang sei Dank dürfen wir diese horrortriefenden Gedanken endlich begraben und uns gleichermaßen auf neues Material freuen, welches im März 2004 in Form eines neuen Longplayers auf uns losgelassen wird.
Vorab erscheint zunächst dieser Tage eine Single-CD mit zwei brandneuen Tracks. "Life Without Love" kommt als Clubmix daher, treibende Beats dienen zur Untermalung, die Gitarren erwecken einen äußerst ausgeglichenen Eindruck, Kärtsy agiert energisch wie immer und steuert zielstrebig auf einen mitreißenden Refrain hin. Des weiteren verfügt der Song über zahlreiche Effekte, welche sich erst beim zweiten oder dritten Hören erschließen, aber das sind wir ja gewohnt! Übrigens befindet sich auf dieser Scheibe auch ein Remix dieser Nummer von Ex-Faith No More Musiker Billy Gould, welcher "Life Without Love" mit einer chilligen Note versehen hat, natürlich nur als ergänzendes Beiwerk anzusehen. "One Day" ist die typischere Waltari Nummer, wundervolle Melodieläufe warten nur darauf, sich entdecken zu lassen. Der Gesang wird beachtlich variabel eingesetzt, womit wahrhaft träumerische Momente geschaffen werden, die Gitarren tanzen, die obligatorischen Rapparts fehlen ebenso wenig. Wie klingt das? Genau, danach, dass die Finnen noch lang nicht eingerostet sind. Und Jungs, lasst es euch weiß auf blau sagen: WE DON'T BELIEVE IN LIFE WITHOUT WALTARI!
Copyright by
METALIUS und
Jana Legler
QUERVERWEISE
Je nachdem: mehr zur Band, mehr vom Redakteur, mehr vom Genre, mehr von allem.
Auf jeden Fall immer mehr für Dich!
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